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Die Zeremonie des Kaffeetrinkens in einer DorfgemeinschaftDie Zeremonie des Kaffeetrinkens ist genauso alt wie die Dorfgemeinschaften. Kaffee wird nie allein getrunken, die Nachbarn müssen eingeladen werden. Sie sind verpflichtet zu kommen und nur bei Krankheit oder Besuch dürfen sie weg bleiben. In diesem Fall wird der gekochte Kaffee zu ihnen gebracht und dort getrunken. Das Kaffeekochen und das Kaffeerösten ist Frauensache. Es ist eine hohe Kunst und verlangt besondere Fähigkeiten. Diese Fähigkeit lernen und üben sie von Kindheit an. In meinem Elternhaus beginnt und endet der Tag mit Kaffeetrinken. Morgens trinkt man starken, schwarzen Kaffee mit Salz; abends Kaffee mit Milch und gewürzter Butter. Dazu werden immer geröstete Getreidekörner gereicht. Normalerweise kocht man Kaffee nur morgens und abends. Die Ausnahme: Besuch kommt oder ein Mitglied der Familie kehrt von einer Reise zurück. In diesen Fällen wird auch tagsüber Kaffee getrunken. Verspätungen bei einer Einladung zum Kaffee sind sehr unhöflich. Jeder bringt seine eigene Tasse mit. Nach der Begrüßung und Gebeten mit Danksagung wird der Kaffee jedem nach Alter und Status eingeschenkt. Dazu werden immer ein Stück Brot oder geröstete Getreidekörner serviert. KaffeezubereitungDie Vorbereitung der Kaffeebohnen zum Rösten: Die Kaffeebohnen müssen gründlich gewaschen werden, damit die dünne Membrane entfernt wird, welche die Kaffeebohnen umhüllt. Sie beeinflusst den Geschmack des Kaffees, gut gewaschener Kaffee schmeckt am besten. Das KaffeeröstenZuerst erhitzt man die Tonpfanne auf offenem Feuer. Dann werden die gewaschenen Kaffeebohnen in die heiße Tonpfanne gegeben. Man lässt das Wasser verdampfen. Sind die Kaffeebohnen trocken, wendet man sie sorgfältig mit einem krummen Holzstock, damit sie gleichmäßig geröstet und gebräunt werden. Während des Röstens fangen die Bohnen an zu knistern und zu knacken. Die Aromen entfalten sich und die Bohnen fangen an zu glänzen. Das Haus und die Umgebung werden von Kaffeeduft erfüllt. Wenn die Bohnen dunkelbraun aussehen, werden sie zum Abkühlen auf einer flachen Schale aus Grashalmen ausgebreitet. Das KaffeemahlenDie gerösteten Kaffeebohnen werden in einen Holzmörser gegeben und mit einem kegelförmigen Holzstößel so lange zerstoßen, bis ein feines Pulver entsteht. Während dessen wird ein Kind zu den Nachbarn geschickt. Auf halbem Weg ruft das Kind laut die Namen der Nachbarn und sagt: "Kommt und trinkt Kaffee". Die Nachbarn bestätigen mit "Ja", dass sie kommen werden. Das KaffeekochenErste Runde: Die Tonkanne mit kochendem Wasser wird vom Feuer genommen und es werden zwei Tassen daraus gefüllt. Man trichtert das Pulver in die Tonkanne und stellt sie wieder aufs Feuer. Wenn es sprudelt, wird das abgekühlte Wasser zugegeben um die Temperatur gleichmäßig zu halten. Damit kontrolliert man den Geschmack und die Stärke des Kaffees. Dann lässt man den Kaffee mit geringer Hitze weiter köcheln, bis alle Nachbarn eingetroffen sind. Die KaffeezeremonieKurz nach dem ersten Kaffeeschluck wird über wichtige Anliegen der Dorfgemeinschaft gesprochen. Jeder erzählt von seinen Kindern, Tieren oder Erlebnissen. Man spricht über Neuigkeiten, Gesehenes und Gehörtes. Auch Entspannung darf nicht fehlen. Es werden kurze, humorvolle Witze und Geschichten erzählt. Dabei wird wie verrückt gelacht. Nach der zweiten Tasse Kaffee gehen die Männer wieder an die Arbeit. Aber die Frauen bleiben zurück, um sich ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Kaffeesatzlesen, zu widmen. Das KaffeesatzlesenDie Zweite Runde: Wenn die letzte Tasse Kaffee aus der Tonkaffeekanne ausgegossen ist, füllt man die Kaffeekanne wieder halb mit Wasser und bringt es zum Kochen. Nach dem Kochen werden die Tassen halbvoll mit Wasser und Kaffeesatz gefüllt. Die Frauen trinken diesen, bis nur noch ein kleiner Rest in den Tassen übrig ist. Dann gießen sie vorsichtig die restliche Flüssigkeit ab. Dabei bildet der Kaffeesatz eine Oberflächenstruktur, welche gelesen und gedeutet wird. Damit ist die Zeremonie auch für die Frauen zu ende, woraufhin sie sich trennen und zum Alltag zurückkehren. |
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